Mini-Kompromiss in Madrid


Wie versprochen gibt es heute frisch aus Madrid das Ergebnis der Welt-Klimakonferenz. Leider lassen sich zum Wochenstart jedoch nur halbgute Neuigkeiten verkünden. Nachdem die Verhandlungen deutlich länger als geplant dauerten, wurde sich insgesamt nur auf einen Mini-Kompromiss geeinigt. Was dieser genau bedeutet, erfährst du heute hier. #renews

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KLIMAGIPFEL MADRID – DAS ERGEBNIS

Nach einer ereignisreichen Woche in Madrid, geprägt von zahlreichen Protesten und Verhandlungen, wurden nun die Ergebnisse der Klimakonferenz bekannt. Obwohl die Verhandlungen noch 40 Stunden nach dem eigentlich geplanten Ende der Konferenz am Freitag andauerten, gibt es nur kleine Errungenschaften zu präsentieren. Am Sonntagmorgen verkündete Carolina Schmidt, die chilenische Leiterin der Konferenz, den erzielten Mini-Kompromiss.

Machen wir es kurz und knapp: Wurden die für Madrid vorgesehenen Ziele erreicht? – NEIN


Das Hauptaugenmerk der Konferenz lag klar auf Artikel 6 des Pariser Klimaschutzabkommens. Hierbei geht es um den Handel mit Verschmutzungs-Zertifikaten. Die genauen bürokratischen Rahmenbedingungen sollten geklärt und ein bindendes System etabliert werden. Beides gelang nicht. So fehlt also weiterhin die Möglichkeit, zum Beispiel für Industriestaaten durch Investitionen in Entwicklungsländern Emissionen einzusparen und dadurch Verschmutzungsrechte zu erwerben.


Auch im zweiten großen Punkt der Verhandlungen, gab es keine nennenswerten Ergebnisse: Was das Thema „Loss & Damages“ angeht, also den Ausgleich von klimatisch bedingten Schäden in schwer betroffenen Ländern, wurden ebenfalls keine Zusagen gemacht. Lediglich hieß es, hieran soll weiterhin gearbeitet werden. Das Motto der Verhandelnden lautete hierbei: „Lieber gar kein Kompromiss, als ein Schlechter.“


Was hat die Konferenz jetzt letztendlich erzielt? Einen kleinen Kompromiss: In den finalen Stunden der Verhandlung einigten sich die Teilnehmer, vor Allem durch Drang aus dem europäischen Raum, die Klimaziele im nächsten Jahr zu verschärfen. Verklausuliert gibt es einen Appell an die Länder, die Chancen in 2020 zu nutzen um dem Klimawandel mit „größtmöglichem Ehrgeiz“ entgegenzutreten. Die Kluft zwischen den Zielen aus Paris und den tatsächlichen Maßnahmen sei erkannt.


Die Präsidentin der Konferenz Carolina Schmidt – Verzwickte Lage?

STIMMEN ZUM ERGEBNIS

„Das waren harte Verhandlungen in Madrid“, erklärte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD). Leider würden die Ergebnisse der Herausforderung der Erderwärmung „nicht gerecht“.*

UN-Generalsekretär António Guterres bezeichnete die Beschlüsse als „verpasste Gelegenheit“.*

„Länder wie Australien, Brasilien und die USA haben den UN-Klimaschutzprozess in Madrid blockiert und verschleppt. Der in vielen Staaten wachsende Wille, die Erderhitzung mit entschlossenem Handeln zu stoppen, konnte sich wegen des Einstimmigkeitsprinzips hier nicht durchsetzen“, sagte Michael Schäfer, der Leiter Klima und Energie bei der Umweltorganisation WWF Deutschland, WELT.*

Christoph Bals, der Politische Geschäftsführer der Umweltorganisation Germanwatch sagte: „Der European Green Deal ist eine gute Grundlage dafür, dass die EU hier vorangeht und internationale Partnerschaften zum Beispiel mit China, Indien und Südafrika organisiert.“*

Greta Thunberg sagte: „Erwachsene verhalten sich, als gebe es kein Morgen.“ Sie sieht in der Konferenz eine Enttäuschung für die sieben Millionen Demonstrierenden.*


SIDEFACTS

Interessant war in Madrid jedoch noch mehr. Zum Beispiel überraschten die USA mit einer inoffiziellen Delegation. Nachdem Präsident Donald Trump das Pariser Klimaschutzabkommen verlassen hatte, traten unter dem Motto „We’re still in“ verschiedene Politiker und Prominente auf. So zum Beispiel Nancy Pelosi, Sprecherin des Repräsentantenhauses, der frühere Vizepräsident Al Gore und Präsidentschaftskandidat Mike Bloomberg an. Im Schlepptau hatten sie den Schauspieler Harrison Ford. Da der Austritt aus dem Abkommen von Paris erst nach der nächsten Präsidentschaftswahl in Kraft treten wird, ist es gut möglich (sollte ein demokratischer Kandidat die Wahl gewinnen) die Entscheidung umzukehren.

Als größte Gewinner der Konferenz gehen wohl die „Bremser“ hervor. Staaten wie Australien, Brasilien und die USA verbuchen als Erfolg, dass sich auf Nichts festgelegt werden musste. Gleichzeitig wurde versucht Emissionszertifikate aus dem Kyoto-Abkommen in den Text von Paris zu übertragen und so Schlupflöcher, wie Doppelzählungen zu ermöglichen. Dies wurde jedoch konsequent verhindert. Umweltministerin Schulze erklärte dazu, sie sei „froh, dass wir alle Versuche abwehren konnten, das Pariser Klimaschutzabkommen aufzuweichen“.


WAS JETZT?

Alle ungeklärten Fragen von Madrid wurden auf die nächste Klimakonferenz in Glasgow im November 2020 verschoben. Hier sollen dann endgültig konkrete Maßnahmen vereinbart werden.

Sander Chan, Politikwissenschaftler am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik, sagte: „Das wichtigste, dass wir aus dieser Konferenz mitnehmen, ist meiner Meinung nach: Die Regierungen stehen nicht hinter uns, sie werden uns nicht retten.“ Der Ausgang der Konferenz sei „weit entfernt von einer angemessenen Reaktion auf den drängenden Klimawandel und macht sich geradezu lustig über das Motto ‚Zeit zu handeln‘. Es sieht eher aus, als seien die Regierungen der Meinung, es sei Zeit aufzuschieben.“

Das trifft es auf den Punkt! Wir können nicht warten, dass die Politik Alles rund um den Klimawandel für uns regelt.

WIR MÜSSEN SELBST AKTIV WERDEN!

AUCH DU!!!


Also starte in die Woche mit neuem Mut, trotz mauer Nachrichten aus Madrid. Spar CO2 wo du kannst, sammle Müll, verzichte auf tierische Produkte und nimm öfter den Bus! Ob deine Woche gut wird, entscheidest nur du selbst! Also hau rein & bis bald! #togetherwearestrong #letschangethisplace

Vielen Dank für deine Zeit.

Eine gute Woche & stay renewable!

Gruß,

Yannis von RENEWS

#timeforYOURaction


ZUM WEITERLESEN/KUCKEN:

So gelingt dir CO2-Sparen effektiv: https://www.waschbaer.de/magazin/klimaschutz-co2-fussabdruck-senken/

Zusammenfassung als Video: https://www.welt.de/wissenschaft/article204340720/Klimakonferenz-COP25-in-Madrid-Was-bedeutet-der-Minimalkompromiss.html

Paris Agreement Article 6: https://www.carbon-mechanisms.de/en/introduction/the-paris-agreement-and-article-6/


Quelle 1: WELT Online – Wissenschaft (2019): Minimalkompromiss auf dem Klimagipfel – Was heißt das jetzt? https://www.welt.de/wissenschaft/article204340720/Klimakonferenz-COP25-in-Madrid-Was-bedeutet-der-Minimalkompromiss.html (15.12.2019)

Quelle 2: RP Online – Politik (2019): UN-Klimagipfel einigt sich auf Mini-Konsens – Kritik an Konferenzleitung https://rp-online.de/politik/ausland/cop-25-in-madrid-einigung-auf-mini-kompromiss_aid-47826191 (15.12.2019)


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