Climate Conference Madrid – Wie geht es weiter mit dem internationalen Klimaschutz?


Am 02.12.2019 hat die UN-Klimakonferenz in Madrid begonnen. Nun geht es in die heiße Phase.

Nachdem Ende Oktober die Absage aus Chile kam, ist nun Spanien neuer Austragungsort der Konferenz. Die COP 25 (25th Conference of the Parties) ist die zweite Veranstaltung nach Vereinbarung des 2°C-Ziels in Paris 2015. Was genau auf der Konferenz mit dem Motto „Tiempo de actuar“ („Time for Action“) besprochen wird, erfährst Du hier. #internationalpolitics #createourfuture


COP 25 – UN CLIMATE CHANGE CONFERENCE MADRID

Obwohl aufgrund der sozialen Proteste in Chile, Ende Oktober die Absage des eigentlichen Gastgeberlandes erfolgte, konnte doch in kurzer Zeit noch ein neuer Austragungsort für die UN-Klimakonferenz gefunden werden. Spanien freute sich nun über die Zusage des UN-Gremiums und ist somit neuer Austragungsort. Von 02. – 13.12 findet die COP 25 in Madrid statt. Hauptverantwortlicher für die Konferenz bleibt jedoch Chiles Umweltministerin Carolina Schmidt. Aufgrund der sprachlichen Gemeinsamkeit ist Spanien als neuer Austragungsort perfekt geeignet.

Als Nachfolger der Klimakonferenz in Kattowitz (2018), auf der ein Regelwerk zur Mutterkonferenz von Paris, dem Pariser Klimaschutzabkommen (2015), beschlossen wurde, ist die COP 25 in Madrid nun die zweite Zusammenkunft der UN-Staaten mit Bezug auf Paris. Um das vereinbarte Ziel von maximal 2°C (besser: 1,5°C) Temperaturanstieg bis 2050 zu realisieren, treffen die UN-Staaten erneut zusammen. Hauptsächlich geht es diesmal um drei Themen:


1) Nationale Pläne für mehr Klimaschutz

Laut dem Pariser Abkommen sollen die Mitgliedsstaaten alle 5 Jahre konkrete Klimaschutzpläne vorlegen. 2020 wird es erstmals so weit sein. Damit alle Länder auch partizipieren, soll nun nochmal Druck aufgebaut werden. Neben ehrgeizigen Zielen für das kommende Jahrzent, sind auch langfristige Strategien bis 2050 gefragt.

Für uns in Deutschland gilt die Vereinbarung des EU-Klimaschutzgesetzes. Im Rahmen der Konferenz von Madrid gibt es aber trotzdem große Hoffnungen für die europäische Politik. „Es wäre ein enorm wichtiger Schritt, wenn die EU das Ziel, bis 2050 keine Treibhausgase mehr auszustoßen, festschriebe“, sagt WWF-Klimachef Michael Schäfer.


2) Internationaler Handel mit Klimaschutz

Des weiteren soll in Madrid festgelegt werden, wie Staaten, welche ihre Klimaziele übererfüllen, von ihrem vorbildlichen Verhalten profitieren können. Die Rede ist von einem internationalen Handel mit CO2. Ein Land, welches über seine Ziele hinausschießt, erhält ein CO2 Budget. Dieses kann dann verkauft werden. „Klimafreundliche“ Länder würden nominell profitieren, während Länder, in denen der Klimaschutz nicht so schnell voranschreitet, eine Möglichkeit zum Ausgleich ihrer Emissionen bekommen. Auch Firmen wie Fluggesellschaften könnten sich somit, mit Hilfe von Geld, an den Bemühungen um mehr Klimaschutz beteiligen. Und wie wir wissen: Ohne Geld geht in unserer Welt sowieso nichts. Also: Her mit der Bepreisung von CO2 !!!

Konkret gilt es die genauen Rahmenbedingungen eines solchen internationalen Handels zu klären. Vor allem in Sachen Berechnung und Buchhaltung finden sich hier die größten Schwierigkeiten. Als weiteres Problem in den Verhandlungen gilt Brasilien. Staatspräsident Jair Bolsonaro ist bisher eher wenig für seine klimafreundlichen Handlungen bekannt. Eher im Gegenteil…


Hier finden die Verhandlungen in Madrid statt. Mit Erfolg?

3) Zahlungen für Klimaschäden

Eines der Hauptprobleme im Klimawandel ist, dass vor allem ärmere Länder, die geringe Emissionen haben, sehr stark von den Folgen betroffen sind. Um für die entstehenden Klimaschäden in diesen Ländern Ausgleich zu schaffen, wurde 2013 der sogenannte „Warschau-Mechanismus“ implementiert. Dieser soll Hilfszahlungen an die richtigen Stellen leiten. In Madrid wird nun überprüft, wie gut dieses Konzept funktioniert. Um auch ärmere Länder für klimafreundliches Verhalten zu gewinnen, ist solch ein Ausgleichsmechanismus von großer Bedeutung. Auch moralische Beweggründe sind hierbei zentral. Menschen in der westlichen Welt sind die Hauptverursacher des Klimawandels. Als Folge ihrer hohen Treibhausgasemissionen erwartet sie aber vorerst erstmal nur eine Folge: Besseres Wetter. Diese Ungerechtigkeit auszugleichen, steht ebenso im Mittelpunkt der Verhandlungen von Madrid.


Auch Greta Thunberg ist nun in Madrid angekommen. Sie hatte im August Segel auf Amerika gesetzt , um anschließend nach Chile weiter zu reisen. Nach der Verlegung der Konferenz nach Madrid, ging dieser Plan jedoch nicht mehr auf. Also suchte sie nach einer weiteren Mitfahrgelegenheit zurück über den Atlantik. Am 03.12 landete Greta mit ihrer Crew im Hafen von Lissabon. Von dort aus ging es dann per Zug weiter Richtung Madrid. Am Freitag (06.12) erreichte sie dann doch noch rechtzeitig Madrid. Nun plant Greta an den Demonstrationen vor Ort teilzunehmen und ebenfalls vor den vereinten Nationen zu sprechen. Immer im Gepäck – Ihr Transparent: „Skolstrejk för Klimatet“.


Es darf also gespannt nach Madrid geblickt werden. Was können die UN-Staaten wirklich in Sachen Klimawandel umsetzen? Wie wirken sich die Proteste vor Ort auf die Entscheidungen der Politiker aus? Wird es zufrieden stellende Resultate geben? – Das erfährst du in einem unserer nächsten Artikel, sobald die Klimakonferenz von Madrid zu Ende gegangen ist.

Bis dahin – Peace!

Vielen Dank für deine Zeit.

Einen tollen Tag & stay renewable!

Gruß,

Yannis von RENEWS

#saveearth


ZUM WEITERLESEN:

MUST READ: Wie Madrid die Klimakonferenz nachhaltig machen will: https://unfccc.int/news/how-cop25-is-being-made-sustainable

Greta’s Aktivität in Madrid: https://www.augsburger-allgemeine.de/politik/News-Greta-Thunberg-und-Luisa-Neubauer-rufen-zum-Handeln-auf-id55222491.html

Wer’s noch nicht wusste – Zusammenfassung Paris Agreement: https://ec.europa.eu/clima/policies/international/negotiations/paris_de


Quelle: dpa – Neue Presse Coburg (2019): Klimakonferenz in Madrid: Worum geht es?https://www.np-coburg.de/deutschlandwelt/wissenschaft/Klimakonferenz-in-Madrid-Worum-geht-es;art2806,7024362 (09.12.2019)


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