Wirtschaft neu denken

„Our economy is based on spending billions to persuade people that happiness is buying things, and then insisting that the only way to have a viable economy is to make things for people to buy so they’ll have jobs and get enough money to buy things.“ – Phillip Slater (1970s)


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GEMEINWOHL ÖKONOMIE

Die Gemeinwohl Ökonomie ist ein alternatives Konzept zu unserem aktuellen Wirtschaftssystem. Zentraler Gedanke dabei: Geld und Märkte sollen wieder dem Menschen dienen und nicht umgekehrt. So wie das im Kapitalismus eigentlich auch einmal gedacht war, bevor die Finanzmärkte und der allgemeine Konsum die Macht über den Menschen übernommen haben.

Um im aktuellen System wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Unternehmen immer höhere Gewinne erzielen und ihre Kosten bis ins Minimalste optimieren. Geldgier und Profite stehen im Mittelpunkt des wirtschaftlichen Strebens. Leider geht das oft auf Kosten der Umwelt und Natur. Aktuell bleibt dabei recht unbemerkt, wie durch den wirtschaftlichen ‚Fortschritt‘ mehr und mehr Menschen auf der Strecke bleiben.

Doch nicht in der Bevölkerung. In einer repräsentativen Umfrage der Bertelsmann Stiftung, gaben 88% aller Deutschen an, mit dem aktuellen Wirtschaftssystem unzufrieden zu sein. Die Menschen wünschen sich ein neues Wirtschaftssystem. Vor allem aber eines: Veränderung.

Umweltschutz und sozialer Ausgleich sollen in einem alternativen System mehr Bedeutung einnehmen. Eine Alternative könnte die Gemeinwohl Ökonomie darstellen.

Anstatt unendlichem Wirtschaftswachstum (das natürlich einen Widerspruch in sich darstellt), steht in der GWÖ das Gemeinwohl an oberster Stelle. Alles wird auf die Mehrung des allgemeinen Wohlergehens der Menschen ausgelegt und auch nach seinem jeweiligen Beitrag zum Gemeinwohl bewertet. Wie genau man das bewerten kann, erfährst Du weiter unten.

Das GWÖ-Konzept wurde 2010 vom Österreicher Christian Felber ins Leben gerufen. Der nachhaltig-orientierte und Alternativen-suchende Autor und Tänzer sieht in seinem umfassenden Reformations-Konzept eine „entwicklungsoffene“ und anpassungsfähige Alternative zum Kapitalismus. Die Grundlage für die Gemeinwohl Ökonomie wurde zwar von ihm ausgearbeitet, soll jedoch in basis-demokratischen Prozessen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft an die Meinung der Mehrheit angepasst werden und so den bestmöglichen Hebel für nachhaltige Veränderung schaffen. Das Ergebnis bleibt dabei völlig offen. Solange es den Menschen und ihrem Wohlergehen dient, sieht sich die Gemeinwohl Ökonomie als erfüllt.


Keine Lust zu lesen? Dann findest Du HIER die Gemeinwohl-Ökonomie in Videoform kurz erklärt


Die Werte der Gemeinwohl Ökonomie

Um ein sinnvolles und funktionierendes System zu erschaffen, bedarf es gemeinsamen Werten. In der Gemeinwohl Ökonomie legen folgende Werte den Grundstein für gemeinsames Handeln und wirtschaftliche Interaktion:

  • Menschenwürde
  • Solidarität
  • Ökologische Nachhaltigkeit (v.A Earth Charter & Konzept der planetaren Grenzen)
  • Soziale Gerechtigkeit
  • Demokratische Mitbestimmung und Transparenz

Neben sehr grundlegenden Werten wie der Wahrung der Menschenwürde oder gegenseitiger Unterstützung durch solidarisches Verhalten, soll vor allem der Umweltschutz mehr Beachtung im Wirtschaftssystem der Gemeinwohl Ökonomie finden. Die GWÖ setzt den Menschen endlich an seinen richtigen Platz. Als kleiner Teil des großen biologischen Systems Erde, soll so unsere Lebensgrundlage bewahrt werden, Umweltverschmutzung eingestellt und das Konzept der planetaren Grenzen gänzlich anerkannt werden. Soziale Ungleichheiten sind auszugleichen und jeder Mensch erhält das Recht auf Mitbestimmung. So lässt sich gemeinschaftlich die Welt von Morgen gestalten und ein gutes Leben für jeden Menschen sichern.


Unser jetziges Wirtschaftssystem steht auf dem Kopf. Das Geld ist zum Selbst-Zweck geworden, statt ein Mittel zu sein für das, was wirklich zählt: ein gutes Leben für alle. – Christian Felber

Autor des Buches „Gemeinwohl-Ökonomie“ und Mitinitiator der Gemeinwohl-Ökonomie-Bewegung


Praktische Umsetzung

Soweit die Theorie. Doch wie lassen sich die theoretischen Überlegungen nun effektiv auf die Praxis und den Wirtschaftsalltag im Unternehmen übertragen? Auch hier hatte Felber eine passende Idee. Gemeinwohl lässt sich doch bestimmt messen. Am besten in einer Bilanz. Denn welches Unternehmen mag keine Bilanzen?

Mit Hilfe der Gemeinwohl Bilanz, welche jedes Unternehmen, das sich der GWÖ anschließt in drei einfachen Schritten erstellen kann, wird der Beitrag zum Gemeinwohl durch eine Punkteskala individuell bewertet. Basierend auf der Gemeinwohl Matrix (siehe unten), werden Punkte für Gemeinwohl förderndes Verhalten vergeben. Die Matrix kombiniert dabei die verschiedenen Werte der GWÖ (Menschenwürde, Solidarität und Gerechtigkeit, Ökologische Nachhaltigkeit und Mitentscheidung) mit den verschiedenen Dimensionen des unternehmerischen Handelns: Lieferanten, Anteilseigner, Mitarbeiter, Kunden und Gesellschaft. Je höher der Punkte-Score eines Unternehmens in der Bilanz, desto mehr leistet das Unternehmen für das Gemeinwohl.

Durch die Betrachtung in den verschiedenen Dimensionen, profitieren nicht nur die Gesellschaft und die Umwelt, nein, auch das Unternehmen erfährt direkte Benefits von Gemeinwohl orientiertem Handeln. Mitarbeiter erfahren Wertschätzung und Weiterbildung. Das fördert die Produktivität und das Betriebsklima. Mit Lieferanten lassen sich langfristige, auf Vertrauen basierende Geschäftsbeziehungen etablieren. Preise stabilisieren sich und es lässt sich langfristig Planen. Die Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit der unternehmerischen Aktivitäten steht dauerhaft auf dem Prüfstand. So werden faire und nachhaltige Produkte erzeugt, ein kooperierendes Netzwerk aufgebaut und die Arbeitsmotivation langfristig gesichert. Es entstehen Vorteile auf allen Ebenen der Gesellschaft.


Die Gemeinwohl-Matrix – Bewertungsinstrument für gemeinwohl-orientierte Unternehmen; Quelle: Gemeinwohl Ökonomie Bayern

Warum sollten Unternehmen an der GWÖ teilnehmen?

Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit und Mitbestimmung hin oder her. Aller Anfang ist schwer (Sheesh). Die Werte der GWÖ klingen natürlich vielversprechend und super berauschend, doch die eigentliche Schwierigkeit liegt darin, Unternehmen davon zu überzeugen auch an der Gemeinwohl Ökonomie teilzunehmen. Wie genau profitiert also ein Unternehmen von eigenem nachhaltigen und fairen Wirtschaften, abgesehen von moralischer Zufriedenheit?

VERBRAUCHER

Zunächst bietet die Gemeinwohl Ökonomie durch die Bewertung eines Unternehmens mit der strukturierten Gemeinwohl Bilanz, mehr Transparenz für die Kunden. So ließe sich zum Beispiel auf Produkten durch einen Farbcode sehr einfach und übersichtlich darstellen, welchen Effekt das produzierende Unternehmen mit seinen Produkten auf das Gemeinwohl hat. Auf Basis einer aufgeklärten und bewussten Kundschaft, würden gemeinwohl-orientierte Unternehmen mehr verkaufen und würden für ihre gesellschaftlichen Bemühungen gerecht entlohnt.

STAAT

Zudem schlägt Felber vor, gemeinwohl-wirtschaftende Unternehmen durch bestimmte Steuervorteile zu entlasten und so einen Kostenvorteil für eben jene Unternehmen zu erzeugen. Ebenfalls wäre eine bevorzugte Behandlung bei der Vergabe von Krediten denkbar. Das Unternehmen würde also für seinen positiven Beitrag zum Gemeinwohl auch von staatlicher Seite belohnt. Der Staat erkennt das Wohlergehen der Bürger als höchstes Gut an und reizt durch die genannten Mittel Unternehmen dazu an, auch in diesem Sinne zu handeln. Durch Bevorteilungen in Steuern und Krediten, könnten GWÖ-Unternehmen in letzter Instanz dann sogar zu niedrigeren Preisen anbieten können. Aus klassisch-ökonomischer Sicht würde so die Nachfrage nach deren Produkte zunehmen und das Unternehmen könnte erfolgreich am Markt bestehen.

Kritik

Was für mich nach einem durchwegs gut ausgearbeitetem und durchdachten Konzept wirkt, kommt natürlich nicht bei Allen gut an. Besonders wenn man seine Einstellungen eher der klassich-ökonomischen Ecke entnimmt. So musste die Gemeinwohl Ökonomie bereits einiges an Kritik einstecken.

Der für mich beeindruckendste Fall: In zwei österreichischen Schulbüchern, wurde die Gemeinwohl Ökonomie 2016 genannt. Das sorgte für eine Menge Aufregung in Österreich und war Grund genug für 134 ÖkonomInnen eine Petition zu starten. Diese reichten Sie beim österreichischen Bildungsministerium ein und forderten den Einzug der Schulbücher. Ihre Begründung: Der Gemeinwohl Ökonomie fehlt es an ausreichenden wissenschaftlichen Grundlagen, um an Schüler vermittelt werden zu können. Und die Petition war erfolgreich: Wo einst im Schulbuch ein Bild von Felber prangte, ist jetzt ein Abbild von Amartya Sen, sinnbildlich für die Dimension der ‚Wohlfahrt‘ im Wirtschaftskosmos. Ausführlichere Infos findest Du HIER.



Mit bis heute über 7000 Einzelpersonen, 2200 Unternehmen und 71 PolitikerInnen weltweit, verzeichnet die GWÖ bereits eine lange Liste an Unterstützern und Teilnehmern. Wie denkst Du über dieses alternative Konzept des Wirtschaftens? Liegt hier Potential? Könnte sich die GWÖ durchsetzen und unseren Planeten langfristig zu einem besseren Ort machen?

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Beste Grüße von RENEWS.

Get renewable, think differently.

Yannis.


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QUELLEN:

Hauptquelle: Homepage Gemeinwohl Ökonomie, Online (2020): Ein Wirtschaftssystem mit Zukunft; https://web.ecogood.org/de/ (14.08.2020)

Weitere Quelle: Utopia, Gemeinwohl Ökonomie, Online (18.12.2017): Gemeinwohl Ökonomie: Weltfremd oder Zukunftsweisend?; https://utopia.de/ratgeber/gemeinwohl-oekonomie/ (14.08.2020)

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