So viele Emissionen erzeugen Streaming & Co. – Tipps für grüneres Surfen


Hallo liebe Freunde des Planeten Erde!

Schön, dass Du wieder da bist und dir den neuesten Post gönnst. #gönnjamin

#renews #bethechange #worldwideweb


Heute geht es um das Internet. Kaum wegzudenken in unserer modernen Zeit. Es macht so Vieles so viel einfacher. Fast niemand blickt jedoch hinter die Kulissen. Denn auch hier gibt es leider Schattenseiten des Komforts. Wie so oft muss letztlich die Umwelt das Leid tragen.

Wir wollen heute die große Infrastruktur hinter dem World Wide Web genauer untersuchen und anschließend noch ein paar Tipps zum nachhaltigeren, umweltverträglicheren Umgang mit dem Netz geben! #energiesparen #erdeschützen

So viele Emissionen entstehen durch Streaming & Co.


KLIMAKILLER INTERNET

So gut wie jeder von uns nutzt es täglich, meist sogar mehrfach. Kaum einer denkt jedoch an den energetischen Aufwand der hinter einer schnellen Google-Suche steckt. Für uns ein kleiner Klick, in der Welt ein infrastrukturelles Meisterwerk!

Wäre das Internet ein Land, hätte es laut dem deutschen Öko-Institut jetzt schon den dritthöchsten Stromverbrauch der Welt. Alleine das deutsche Datenaufkommen erzeugt pro Jahr circa 33 Millionen Tonnen CO2. In etwa genauso viel wie der inländische Flugverkehr.

Während wir unser Handeln nun in der realen Welt immer mehr auf Umweltverträglichkeit prüfen, sieht es bei unserem Nutzungsverhalten im Netz deutlich anders aus. Es ist zwar fester Bestandteil unseres Alltags, aber nur Wenige hinterfragen die modernen Möglichkeiten von E-Mail, Youtube oder Streaming. Welchen Einfluss hat das Internet auf unser Klima?


Im Schnitt verursacht eine Google-Suche circa 0,2 Gramm CO2. Scheint erstmal wenig, aber was ist schon eine Google Suchanfrage? Kommt man auf eine Anzahl von 20 Sucheingaben bei Google, so könnte man mit dem dafür benötigten Strom eine LED-Birne mit 1W zwei ganze Stunden zum Leuchten bringen. Rechnet man diesen Energiebedarf auf die durchschnittliche Google-Jahresnutzung einer Person hoch, so sind die ausgestoßenen CO2 Emissionen gleichwertig, wie eine 155km lange Fernbusreise. Das entspricht circa 3,6kg CO2. (jetzt.de – Ralf Bremer, Google Deutschland).

Electronic Mail, kurz: E-Mail. Egal ob geschäftlich oder privat. Egal ob Bewerbungsschreiben oder Geburtstagseinladung. Jede verschickte E-Mail erzeugt durch den damit verbundenen Energieaufwand auch CO2. Je nach Anhang (Datenmenge der verschickten Mail) entstehen hierdurch mindestens 4g CO2, unter Umständen aber auch bis zu 50g CO2 pro Mail. Das ist eine ganze Menge.


Im Jahr 2018 lag die Zahl der insgesamt versendeten Mails bei circa 848 Millionen. Addiert man die dabei entstandenen Emissionen, kommt man auf 3,4 Millionen Tonnen CO2. Das Problem: Nicht nur der tatsächliche Versand frisst Energie, auch die „Lagerung“ der Mails ist energieaufwändig. Lässt man Mails in seinem Postfach schlummern, so braucht jede Mail Platz auf einem Server und damit auch Energie. Also, Energiespar-Tipp: Unnötige Mails immer brav löschen & so direkt CO2 einsparen! #saveearth


Nun aber zum Energiefresser Nummer 1 im Internet. Streaming. Laut einer Studie von „The-Shift-Project“ (Thinktank für eine postfossile Gesellschaft), waren Streaming-Plattformen wie Netflix im Jahr 2018 verantwortlich für 300 Millionen Tonnen CO2. Das entspricht den gesamten CO2 Emissionen des Landes Spanien. Wie kommt’s?

Die weltweite Verfügbarkeit von Videos. Filmen und Musik benötigt große Mengen an Datenspeicher. Dieser Datenspeicher wird meist in Form von Rechenzentren zur Verfügung gestellt. Zwar wird unsere dort genutzte Technik immer energieeffizienter, doch auch die Datenmengen nehmen in großen Schritten zu. So sind in den vergangenen drei Jahren circa 90% der heute vorhandenen Daten erst entstanden. (Man bedenke: Das Internet existiert bereits seit dem Jahr 1990!). Thomas Reimers von Windcloud (Betreiber von nachhaltigen Rechenzentren) meint: „Wir befinden uns gerade noch in der Aufwärmphase.“, und spielt damit auf die in den kommenden Jahren zu erwartende Datenexplosion an.


Kabelchaos? Nope! So sieht’s im Rechenzentrum aus. Hier lagern deine Mails & Lieblings-Netflix-Serien.

Wieso genau verbraucht so ein Rechenzentrum aber so viel Energie?

Verantwortlich dafür ist hauptsächlich die benötigte Kühlleistung. Zwar verbraucht auch der Betrieb der zahlreichen Rechner Strom, im Vergleich zur Kühlung stellt dieser aber nur einen kleinen Teil des Energieverbrauchs da.

Die Mikroprozessoren erzeugen hochgerechnet auf die gleiche Fläche, etwa zehnmal so viel Wärme wie ein durchschnittlicher Elektroherd. Um die wertvolle Technik vor Überhitzung zu schützen, muss die Umgebungstemperatur dauerhaft auf 22 bis 25 Grad herunter gekühlt werden. Dabei wird eine gewaltige Menge Energie verbraucht. Da in Sachen Energieeffizienz große Schritte gemacht werden, verbrauchen neu gebaute Rechenzentren nur noch knapp die Hälfte an Strom. Dieser Effekt wird aber leider sehr schnell durch die steigende Datenmenge wieder kompensiert.


Die Lösung:

Erneuerbare Energien. Bezieht ein Rechenzentrum ausschließlich erneuerbar erzeugten Strom, so verbessert sich die Klimafreundlichkeit sofort. Kein Kohlestrom mehr, kein klimaschädliches CO2, und damit umweltfreundliche Internetnutzung. Windcloud macht sich genau diese Idee zum Geschäftskonzept. In Schleswig-Holstein betreibt die junge Firma Rechenzentren ausschließlich mit „grünem“ Windstrom. Das ist aber noch nicht alles: Die Holsteiner gehen noch einen Schritt weiter. So sollen ihre Rechenzentren sogar einen positiven Effekt auf die CO2 Bilanz erzielen! Wie? Die im Rechenzentrum entstandene Abwärme wird für wärmeintensive Prozesse genutzt. „Veredelung“ nennt sich dieser Prozess. In direkter Nachbarschaft hat sich zum Beispiel eine Algenzucht niedergelassen. Die Algen brauchen Wärme, um optimal zu wachsen. Im Wachstum binden die Algen dann CO2 und so erzielt der Gesamtprozess eine positive Ökobilanz.

Durch die Symbiose zwischen Wärmeerzeuger (für den Wärme eigentlich „Abfall“ ist) und Wärmekonsument (welcher normalerweise Wärme teuer einkaufen muss) erhalten beide Parteien wirtschaftliche Vorteile und werden somit sogar noch wettbewerbsfähiger! Da soll mal nochmal einer sagen, dass Erneuerbare nichts für unsere Wirtschaft taugen…

Auch die Trocknung von Biomasse oder Indoor-Farming wären sinnvolle Anwendungen zur Wärmenutzung. „Um die Abwärmenutzung rentabel zu machen, muss man in Systemen denken“ meint Reimers. Leider passiert das bisher viel zu selten. Konventionelle Rechenzentren lösen das Öko-Problem anders. Sie kaufen Zertifikate an der Börse ein, um ihre Emissionen zu kompensieren. Das ist für Reimers Heuchelei.


Was kann aber nun jeder Einzelne tun, um die eigene Internetnutzung nachhaltiger zu machen? Hier kommen unsere TOP 7 Energiespartipps:

1) Digitales Ausmisten

Empfehlenswert ist es in der eigenen digitalen Welt regelmäßig auszumisten. Doppelte Daten verbrauchen unnötige Serverkapazitäten. Verschwommene Fotos in der Cloud oder alte Emails im Postfach – Beides verbraucht unnötigen Strom und verursacht CO2. Durch kleinen Aufwand, große Wirkung!


2) WLAN > Mobilnetz

Im Vergleich zu 3G bzw. 4G verbraucht die Übertragung per WLAN nur ein Sechstel des Stroms. Also: Wenn Internetnutzung, dann WLAN an!


3) Nachhaltige Anbieter

Wie auch für das eigene Bankkonto, gilt für den Email Account: Der Anbieter macht’s. Schon heute gibts das Angebot an umweltfreundlichen Mailanbietern. Posteo und Mailbox betreiben ihre Server ausschließlich mit Ökostrom. So wird Dein Mailpostfach ganz schnell grün!


4) Download statt Streaming

Wer gerne unterwegs Musik hört, sollte von nun an seine Musik herunterladen. Dann wird die Datenmenge lokal gespeichert, und muss nicht mit jedem Hören erneut vom Server übertragen werden. Das schont die Umwelt und auch Deinen Verbrauch an mobilen Daten!


5) Qualität überdenken

Wer auf Youtube oder anderen Videoplattformen konsumiert, sollte sich Gedanken um die angefragte Wiedergabequalität machen. Läuft das Video nur im Hintergrund? Höre Ich nur zu? Kann mein Gerät überhaupt die höchste Auflösung wiedergeben? In diesen Fällen, lieber die Videoqualität etwas herunterstellen, dann sind schnell große Mengen an Daten eingespart. (Übrigens: Ein 720p Video ‚verbraucht‘ pro 10 Minuten 200MB Daten. Das sind schon gute 80 Gramm CO2! 480p lediglich 75MB. Mehr dazu)


6) Die Größe macht’s!

Ein Jahr lang jeden Tag 1-2h auf dem Fernseher zu streamen, verbraucht genauso viel Energie, wie der Dauerbetrieb eines Kühlschranks (A+++ – 250l) im halben Jahr. Nämlich circa 50 Kilowattstunden. Steigt man von Fernseher auf Laptop oder Tablet um, so verbraucht die gleiche Nutzungsdauer nur knapp vier Kilowattstunden. Ein Bruchteil! Also: Lieber mal ne Nummer kleiner 😉 (jetzt.de – 21.08.19)


7) Offline ist wieder in!

Natürlich ist die klimaschonendste Alternative, die Internetnutzung zu verringern. Bei der nächsten Navigation mal wieder eine Karte verwenden, abends ein Buch lesen oder sich einfach nur unterhalten. All das spart Daten, damit Strom und CO2. Und wer weiß, vielleicht fühlt sich’s richtig gut an. Vielleicht erlebt man dann ja auch mal wieder was und braucht die neueste Action-Serie auf Netflix gar nicht mehr! #digitaldetox


Natürlich ist das Internet nicht nur schlecht. Dank unserer weltweiten Vernetzung können wir jetzt zum Beispiel Videocalls einrichten, anstatt zu Business-Meetings zu fliegen. Trotzdem sollte in Zukunft mit Verstand an das Thema Digitalisierung herangegangen werden. Was muss wirklich digital passieren? Wie viel Vernetzung ist gut? Wie geht es unserem Planeten damit?

Technologie ist nie einfach nur gut oder schlecht. Es kommt darauf an wie die Menschen sie nutzen! – Deshalb: Nachhaltige Ziele setzen, im Auge behalten & angepasst Handeln!


Danke für’s Lesen.

Bis zum nächsten Post, Stay renewable!

Beste Grüße,

Yannis von RENEWS

P.S.: Du möchtest deinen eigenen Datenverbauch am Smartphone überprüfen? Dafür gibt’s ne App: Mobile Carbonalyser – Abchecken!

Und natürlich: Nicht vergessen – Follow auf Instagram da lassen! 😉


ZUM WEITERLESEN:

Mehr zum Thema nachhaltige Digitalisierung: https://www.nachhaltige-digitalisierung.de/

So geht Internet auf umweltfreundlich: Grüne Rechenzentren – Windcloud: https://www.windcloud.org/

Keinen Bock zu lesen? Video: Die Ökobilanz des Internets:

https://www.swr.de/odysso/oekobilanz-des-internets/-/id=1046894/did=21791748/nid=1046894/1jsu4be/index.html


Quelle 1: bio Verlag GmbH; Schrot & Korn; Ausgabe 02/2020 – Digitaler Rausch https://schrotundkorn.de/lebenumwelt/lesen/digitaler-rausch.html (01.03.2020)

Quelle 2: jetzt – Online (2019): Wie viel CO2 produzieren wir durch Streaming und Googlen? https://www.jetzt.de/umwelt/nachhaltigkeit-welche-auswirkungen-unsere-internet-und-computernutzung-auf-die-umwelt-haben (01.03.2020)


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