Zeit für Transformation in Wirtschaft, Sozialleben und Bewusstsein

Ein herzliches Willkommen bei RENEWS. Der Plattform für Erneuerbare Energie, Klimaschutz und Weiterentwicklung der Menschheit. Heute geht es im Speziellen um nachhaltige, gesellschaftliche Entwicklung. Sei dabei und überdenke die großen, gesellschaftsübergreifenden Mechanismen, die unsere Welt antreiben und das tägliche Geschehen bestimmen.

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Ohne schon zu viel Vorweg zu nehmen, wirst Du heute auf eine kleine Reise geschickt. Abgeholt im Alltag mit all seinen stressigen Erlebnissen und hingeführt zu einer Welt, voller Wertschätzung, persönlicher Entfaltung und kooperativem Erfolg. Lass dich darauf ein und folge unserer Reise: Weg von der Konkurrenz und hin zu einer solidarischen, gemeinwohlorientierten Welt.


OPA KEVIN UND DAS SCHOKOCROISSANT

Wir schreiben das Jahr 2042. Opa Kevin macht sich pünktlich um 7:55 Uhr auf den Weg zu seiner Lieblingsbäckerei unten an der Ecke. So wie jeden dritten Morgen. In Gedanken schon bei seinem lauwarmen Schoko-Croissant, überhört er die beiden Buben, die sich im Hauseingang nebenan um die Nutzung des mütterlichen Smartphones zanken. Wer den Raufwettbewerb gewinnt, wird die nächste Stunde mit feinster digitaler Daumengymnastik belohnt.


Doch das weiß Opa Kevin gar nicht. Er ist bereits um die nächste Ecke, als er abrupt zum Stehen kommt. Ein LED-Schild mit der Aufschrift „THE BAKERY“ leuchtet ihm grell entgegen. Verdutzt besinnt er sich. Oh. Richtig. Seine Lieblingsbäckerei Müller mit der herzlichen Verkäuferin Frau Schmid, gibt es ja gar nicht mehr. Und das schon seit über 20 Jahren… In Vorfreude auf sein Croissant ist er wohl mal wieder in alte Erinnerungen abgedriftet. Naja, was soll’s. Die Backwaren von ‚THE BAKERY‘ sind zwar nicht so herrlich fluffig und frisch wie von Müllers, aber eine andere Wahl hat er ja sowieso nicht. Seit der globale Backkonzern alle Bäckereien in Deutschland aufgekauft hat, gibt es in jeder Stadt nur noch genormte Backwaren vom Fließband. Alles im Sinne der maximalen Kosteneffizienz.


Jetzt wieder in der Gegenwart angekommen, betritt Opa Kevin den Laden. Er steuert geradewegs auf das nächste freie Bestellterminal zu, als ihn von links ein Ellenbogen hart an der Schulter trifft. Begleitet von einem Schwall heißen Kaffee, der sich direkt über Opa Kevins Oberschenkel ergießt, klingt ihm ein aufgebrachtes „He, aufgepasst Opi!“ entgegen. Der geschniegelte Geschäftsmann, welchem die Stimme gehört, interessiert sich gar nicht weiter für den Aufprall und diktiert angespannt in sein Headset. Noch bevor Opa Kevin Beschwerde einlegen kann, streckt der Unternehmer ihm eine Visitenkarte entgegen, deutet auf die Kaffee-getränkte Hose und gibt mit einem angedeuteten Telefonhörer an seinem Ohr zu verstehen, dass ‚Opi‘ sich bezüglich der Kaffee-Panne an die Telefonnummer auf der Karte wenden soll. Während Opa Kevin die Signale noch verarbeitet und dabei ist zu begreifen, ist der Geschäftsmann schon wieder aus der Tür und steigt in seinen Gleiter.


Immer noch perplex und unter leichten Schmerzen, verfällt Kevin in eine weitere Erinnerung. Auch für ihn war sein Geschäft einmal das Wichtigste. In seinen 30ern hatte er gemeinsam mit einem Freund ein erfolgreiches Online-Unternehmen aufgebaut. Mit zunehmendem Umsatz der Unternehmung und ansteigenden Gewinnen, schwand Kevins damaliger Bezug zur Realität. Ähnlich geschäftig wie der Herr im Anzug wurde Kevin von Tag zu Tag rücksichtsloser, verbissener und gefühlskälter. Wie auch sonst hätte er sich vor dem Neid und der Verachtung seiner vormaligen Freunde abschirmen sollen, die nicht mit seinem zunehmenden Wohlstand zurechtkamen. Schmerzlich kommt auch die Erinnerung an den Tod seiner Frau zurück. Wäre er doch nur mehr für Sie da gewesen… Kein Geld der Welt könnte ihm die Freude bescheren, die er mit ihr in Jugendzeiten gemeinsam hatte erleben dürfen. Doch das ist Opa Kevin erst jetzt klar. Viele Jahre später. Nachdem seine Welt aus Konsum und Reichtum an genau jenem Tag zusammengebrochen war. Die Firma pleite, ohne seine Geliebte, er selbst vollkommen ausgelaugt und am Ende seiner Kräfte.


Mit dem ersten Biss in sein zähes Schokocroissant fragt er sich, wie die Welt heute wohl aussehen würde, hätte er damals anders entschieden. Wenn sich die Wirtschaft nicht die Macht über die Menschen einverleibt hätte. Was wäre gewesen, hätte die Politik Maßnahmen ergriffen und gegengesteuert? Was ist nur aus dem System geworden, das der Mensch einst zu seinem eigenen Wohlergehen eingeführt hatte? Gibt es eine Alternative zum konkurrierenden Kapitalismus? Wie würde eine weniger kompetitive Welt aussehen, mit mehr Rücksicht, Empathie und Kooperation?


Genau diese Fragen wollen wir heute für Opa Kevin einmal etwas weiterdenken. Ist die Welt wie wir sie heute erfahren wirklich am optimalsten gestaltet? Macht konkurrierende Wirtschaft Sinn? Welche Ursachen und Folgen bringt die allgemeine Konkurrenz mit? Bedarf es Veränderungen im aktuellen System und wie könnten Alternativen aussehen? Kernthese der Überlegungen ist dabei Folgende: Konkurrenz vs. Kooperation – Realität vs. Utopie – Zeit für Transformation im Wirtschaftssystem, Sozialleben und Bewusstsein?


KONKURRENZ vs. KOOPERATION – Zeit für Transformation

Zuerst zu einem der bedeutendsten Argumente unserer globalisierten Wirtschaftswelt: Wer sich in Konkurrenz zueinander befindet, der leistet mehr. Billigere Produktion und gesteigerte Effizienz sind die Folge. Erstrebenswerte Eigenschaften in unserer leistungsgesteuerten Welt. Gerade heutzutage, wo Leistung und Produktivität die Grundlage für Wert(schätzung) bilden, darf an diesem Prinzip nicht gerüttelt werden. Doch halt! Ist da überhaupt etwas dran?


Durch die Leistungsorientierung kommt die nötige Motivation, um Dinge zu tun, meist von außen. Der Chef, die Lehrerin oder auch die Eltern erwarten bestimmte Ergebnisse. Durch erfolgsabhängige Reaktionen der Motivationsseite wird klargestellt, dass lediglich das Ergebnis des Tuns, also die Leistung, zählt. Oft wird darüber nicht offen kommuniziert, die Einstellung der Motivatoren aber unterschwellig transportiert. Die Person fühlt sich extrinsisch motiviert, da die Anerkennung anderer ihr den Grund für Handlungen gibt. Dass diese Motivation auf Angst und Druck aufbaut ist nur den wenigsten tatsächlich bewusst. Deutlich wird der Zusammenhang oft erst durch zunehmende psychologische Probleme, im Gipfel dann im Burn-Out.


Auf der Kehrseite hierzu steht die intrinsische Motivation. Hier wird Energie aus der Freude an der Tätigkeit selbst gewonnen. Der Prozess rückt in den Vordergrund. Das Ergebnis wird sekundär. Man beginnt aus innerer Begeisterung, Spaß und Interesse zu handeln. Der Druck bestimmte Ergebnisse zu liefern fällt ab, da die Handlung nun einen Selbstzweck darstellt. Was bereits jetzt schon wie die sinnvollere Option klingt, konnte 1990 von den Brüdern Johnson wissenschaftlich bestätigt werden. In den von ihnen untersuchten 369 Studien, die Auswirkungen von Konkurrenz und Kooperation auf Leistung verglichen, ergab sich, sofern Unterschiede gefunden wurden, eine Quote von 87% zugunsten der Kooperation (Johnson, 1990). Extrinsische Motivation würde sich sogar noch kontraproduktiv auswirken. Es besteht also augenscheinlich kein Zusammenhang zwischen Wettbewerb und Leistung (Felber, 2009).


Doch stetiger Wettbewerb hat noch weitere Auswirkungen. Durch die strikte Fokussierung auf die Außenwelt, Status, Erfolg und materiellen Besitz, geht eine sehr wichtige Dimension des Menschen unter. Die Gefühlsebene. Durch stetigen Wettbewerb werden Werte wie Egozentrik, Misstrauen und Rücksichtslosigkeit gestärkt. Wieso sollte man jemandem vertrauen mit dem man konkurriert und dessen Ziel mein Versagen ist? Soziale Kompetenz nimmt ab, tiefe Beziehungen werden vermieden und das Gegenüber regelrecht entpersonalisiert. Alleiniges Ziel ist der Sieg über andere. Ist das eine sinnvolle Definition von Werten einer ‚modernen‘ Gesellschaft? Wo bleibt die Moral?


Studien zufolge zeigen erfolgreiche Sportler, für die härteste Konkurrenz ein tägliches Geschäft ist, „wenig Interesse an Unterstützung und Fürsorge durch andere, ein geringes Bedürfnis, für andere zu sorgen und geringe Gruppenanschlussfähigkeit.“ Eine weitere Studie ergab, dass „Freundlichkeit, Sympathie und Uneigennützigkeit“ auffallend abwesend unter erfolgreichen Sportlern sind (Felber, 2009). Wenn in einem Bereich, der so auffällig durch Wettbewerb geprägt ist, diese Werte genährt werden, so liegt ein Zusammenhang äußerst nahe. Auch die deutsch-amerikanische Psychologin Karen Horney meint: „Wettbewerbsorientierung führt zu Neid gegenüber den Stärkeren, zu Verachtung gegenüber den Schwächeren und zu generellem Misstrauen gegenüber allen.“


Dass Wettbewerb sich trotzdem so großer Beliebtheit erfreut, lässt sich vor Allem auf eine zentrale Eigenschaft der menschlichen Psyche zurückführen. Die Unsicherheit. Da jeder Mensch fundamentale Zweifel an den eigenen Fähigkeiten hegt (Felber, 2009), beeinflussen wir damit unser Selbstwertgefühl maßgeblich. Nach Felber ist der Wettbewerb genau hierfür der ideale Kompensationsmechanismus. Um unser schwaches Selbstwertgefühl zu kompensieren, wollen wir über andere triumphieren und uns besser fühlen, indem wir andere Personen schlechter fühlen lassen. Wettbewerbsorientierte Personen sind weit entfernt von bedingungslosem Selbstwert, stattdessen davon abhängig was andere Personen über sie denken (Felber, 2009). Der gesellschaftliche Zusammenhang im Sinne der Wertbemessung nach Leistung, verstärkt dieses Phänomen, kreiert weitere Defizite und schürt so die Abwärtsspirale der ungesunden Selbstbestätigung. Eigentlich gilt: Je gesünder eine Person, desto geringer das Bedürfnis zu konkurrieren (Felber, 2009).


Im letzten Schritt lässt sich die Perspektive noch etwas erweitern. Weg vom Einzelnen, hin auf den Planeten und die Menschheit als Spezies. Derzeit steckt die Menschheit nämlich in so vielen Krisen wie noch niemals in ihrer gesamten Historie. Es zeichnen sich weitreichende, durch die Globalisierung den ganzen Planeten erfassende und äußerst komplexe Problemstellungen ab. Die einen kommen deutlicher zum Ausdruck: Corona, Umwelt, Finanz, während andere im Schatten der Aufmerksamkeit gemächlich gedeihen: Lebensmittel, Verteilung, Demokratie (Rechberger, 2009). Das prominenteste Beispiel liefert hier wohl der Klimawandel. In einem System, in dem der Alltag eines jeden von Wettbewerb mit seinem direkten Umfeld eingenommen wird, besteht kaum Platz solche Probleme anzugehen. Blöderweise verschwinden diese Krisen aber nicht wieder von alleine. Es besteht also akuter Handlungsbedarf. Gezieltes Gegensteuern ist dringend notwendig.


Gleichzeitig ist der aktuelle Zustand der Welt durch verschiedene Bedingungen so gut wie noch nie für einen Übergang zu einer neuen Ordnung begünstigt (Rechberger, 2009). Fortschrittliche Technologie, moderne Wissenschaft und internationale Vernetzung bilden die beste Grundlage, um all jene Krisen zu behandeln. Doch trotzdem schafft der Mensch sich Stück für Stück weiter ab, indem er die Natur ausbeutet und so seine Lebensgrundlage systematisch vernichtet. Es muss dringend ein Umdenken her. Der Mythos, dass Konkurrenz in diesen Fragen zielführend ist, muss endlich als Mythos anerkannt werden. Die Gesellschaft muss sich neu aufstellen. Auf Basis von Kooperation, Inklusion, Nachhaltigkeit und Bewusstsein. Gemeinsam gilt es, eine lebenswerte Zukunft für aktuelle und nachfolgende Generationen aufzubauen. Mit Werten wie gegenseitiger Ermutigung und Unterstützung, Sensibilität, Empathie, Perspektiveneinnahme, Kommunikationsfähigkeit und Vertrauen im Kern der Gesellschaft. Jetzt können wir zeigen, ob wir wirklich die intelligenteste Spezies auf dem Planeten sind.


OPA KEVIN IN DER WELT VON MORGEN

Denken wir zum Abschluss nochmal an Opa Kevin. Was würde er sagen, wenn er eines Tages aufwacht, nach draußen geht und die Welt von Morgen erblickt? Menschen begrüßen sich lächelnd auf der Straße, achten aufeinander, unterstützen sich gegenseitig und lassen sich vielleicht sogar den Vortritt am Bäckereiterminal, falls jemand mal besonders dringend ein Schokocroissant braucht. Anstatt den Menschen als Automaten in ein leistungsgesteuertes Wirtschaftssystem zu stecken, wo er abstumpft und auf seine primitivsten Fähigkeiten reduziert wird, verpflichtet sich die Welt dem Gemeinwohl. Die Gefühlsebene des Menschen wird anerkannt, wertgeschätzt und sowohl in solidarischem Miteinander als auch tiefen persönlichen Beziehungen gepflegt und genährt. Es entsteht Raum für Empathie. Der Mensch begreift sich über Ländergrenzen hinweg als planetare Spezies. Er achtet die Natur als Schöpferin allen (auch des eigenen) Lebens und pflegt diese dementsprechend. Auf Basis von Nachhaltigkeit kann eine neue Wirtschaftsform gedeihen. Mit mehr Zeit für persönliche Entfaltung, Familie und Glück. Das globale Bewusstsein entwickelt sich weiter und das Paradies auf Erden wird Wirklichkeit. Die Rahmenbedingungen sind gegeben. Jetzt liegt es an uns: Mach dich bereit und sei offen für mehr Kooperation!


In diesem Sinne, lass es Dir gut gehen.

Mach es gut, bleib fit & bis zum nächsten Post.

Gruß,

Yannis von RENEWS

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QUELLEN:

Felber, Christian. (2009). Kooperation statt Konkurrenz, Buchzusammenfassung, deutsch. Nach Alfie Kohn: No Contest. The Case against Competition. [Why we lose in our race to win]. Boston/New York (1986/1992). Houghton Mifflin Company.

Johnson, D. W., & Johnson, R. T. (1990). Cooperative learning and achievement. In S. Sharan (Ed.), Cooperative learning: Theory and research (p. 23–37). Praeger Publishers.

Rechberger, Reifner, Zachoval (2009). Buchzusammenfassung Kooperation statt Konkurrenz von Mag. Christian Felber. Nach Christian Felber: Kooperation statt Konkurrenz – 10 Schritte aus der Krise (08/2009). Deuticke.


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